{"id":574,"date":"2022-03-19T18:16:16","date_gmt":"2022-03-19T17:16:16","guid":{"rendered":"https:\/\/test.akwg.rwth-aachen.de\/?page_id=574"},"modified":"2022-03-19T18:34:07","modified_gmt":"2022-03-19T17:34:07","slug":"10-akwg-tag-der-wissenschaftsgeschichte-2016","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/akwg.rwth-aachen.de\/?page_id=574","title":{"rendered":"10. AKWG-Tag der Wissenschaftsgeschichte [2016]"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-ast-global-color-6-background-color has-background\">Die Geschichte des Geschichtsstudiums nach 1945 ist f\u00fcr die Geschichtswissenschaft ein \u201eschwarzes Loch\u201c: unsichtbar, gleichwohl existent; hoch komplex, doch grunds\u00e4tzlich der Wissenschaft zug\u00e4nglich; sich selbst genug, indes von unbestreitbarem Einfluss auf die Gegenwart.<br><br>Mit dem kulturwissenschaftlichen \u201eTurn\u201c wurde Geschichtswissenschaft mehr noch als zuvor reflexiv. Sie wendet heute das historische Fragen und die geschichtswissenschaftliche Methodik auf sich selbst an, untersucht Pfadabh\u00e4ngigkeiten und beschreibt Kontexte des geschichtswissenschaftlichen Forschens und Schreibens. Das hat die Geschichtstheorie ebenso bef\u00f6rdert wie die Historiographie Geschichte oder die Erinnerungsgeschichte. Am wenigsten hat noch die Geschichte des Geschichtsstudiums breite Aufmerksamkeit gefunden, obwohl in den letzten Jahren Institutionalisierung und Professionalisierung des modernen Geschichtsstudiums w\u00e4hrend des langen 19. Jahrhunderts mehrfach klug und aufschlussreich beschrieben wurden. (Erw\u00e4hnt seien die Arbeiten von Gabriele Lingelbach, Matthias Middell, Andreas Gestrich, Markus Huttner, Daniela Saxer, &#8230;).<br><br>Freilich, umfangreichere Untersuchungen zum Studium der Geschichtswissenschaft nach 1945 fehlen. Das hat gute Gr\u00fcnde. So wird es noch einige Zeit dauern, bis private Quellen zum Thema einzusehen sind (Briefe, Tageb\u00fccher, Mitschriften, Vorlesungsskripte, Seminarkonzepte, E-Mails\u2026). Dazu kommt, dass angesichts der Vielfalt an Themen, denen die Zeitgeschichte sich stellen muss, angesichts der welthistorischen Umbr\u00fcche von 1945, 1956\/57, 1973\/74, 1989, 2007\/09 der historischen Praxis des Geschichtsstudiums nur eine vergleichsweise geringe gesellschaftliche Relevanz zugemessen wird.<br><br>Doch die Geschichte des Geschichtsstudiums ist wichtig! Geschichtswissenschaft muss Auskunft dar\u00fcber geben, was sie in der Vergangenheit in der Lehre geleistet hat, wie sie sich immer wieder neu den gesellschaftlichen Herausforderungen gestellt hat und warum das Studium der Geschichtswissenschaft nicht nur klug f\u00fcr die Gegenwart, sondern auch geschickt f\u00fcr die Zukunft macht.<br><br>Die n\u00e4chste Tagung des Aachener Kompetenzzentrums f\u00fcr Wissenschaftsgeschichte am 1. Dezember 2017 soll daher als Thema die Geschichte des Geschichtsstudiums nach 1945 behandeln.<br><br>In einem ersten Abschnitt wird die Historie, Funktion und das didaktischen Konzept geschichtswissenschaftlicher Vorlesungen betrachtet werden. Der zweite, gr\u00f6\u00dfere Teil thematisiert die \u201eErfahrungs- und lebensweltlichen Deutungsgeschichten\u201c des Geschichtsstudiums.<br><br>Eine Besonderheit der Zeitgeschichte liegt darin, dass sie ihre Quellen selbst zu erzeugen vermag. So werden HistorikerInnen der RWTH (die \u00e4lteren und die j\u00fcngeren, die MitarbeiterInnen, auch die Studierenden) \u00fcber ihr Geschichtsstudium aus ihrer je eigenen Sicht berichten.<br><br>Als Zeitzeugen werden die RWTH-Historiker intervenieren. Die Schulerfahrung interessiert (differierend nach Bundesland, nach Zeitraum des Schulbesuchs, &#8230;), die Studienwahl, die Stationen des Studiums, die Erkenntnisse w\u00e4hrend der Promotion. So entstehen historische Bilder vom Geschichtsstudium der 1950er Jahren bis heute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-ast-global-color-6-background-color has-background\">Programm<br><br>09.30 Uhr<br>Eintreffen der Teilnehmenden<br><br>9:50 Uhr<br>Dominik Gro\u00df (Aachen): Das AKWG und seine Aktivit\u00e4ten<br><br>10:00 Uhr<br>Armin Heinen (Aachen): Gesamteinf\u00fchrung: Die Geschichte des Geschichtsstudiums nach 1945<br><br>10:15 Uhr<br>Christine Roll (Aachen): Einf\u00fchrung: Die Vorlesung in der Geschichtswissenschaft. Geschichte und Konzept<br><br>10.30-11.35 Uhr Sektion I: Moderation durch Christine Rolle (Aachen)<br>Pieter Calj\u00e9 (Maastricht): Lectures in the PBL-learning environment at the Faculty of Arts and Social Sciences of Maastricht University<br><br>Armin Heinen (Aachen): Die Geschichte der (Geschichts-) Vorlesung als Geschichte von Wissenskulturen. \u00dcber die historische Genese unterschiedlicher Vorlesungstypen<br>Ines Soldwisch (Aachen), Harald M\u00fcller (Aachen): Vom Vorlesen zum digitalen Zauberkasten? Vorlesungsstile und Medialit\u00e4t<br><br>11.35 Uhr Diskussion<br><br>12.00 Uhr Mittagspause<br><br>13.45-15:35 Sektion II: Moderation durch Ines Soldwisch (Aachen)<br><br>Klaus Schwabe (Aachen): Im Umbruch der 50er Jahre: Vom Zwiespalt zwischen universit\u00e4rer Tradition, lebensweltlichem Orientierungsinteresse und steigender Bildungsnachfrage<br><br>Dieter Lohrmann (Aachen): Geschichtsstudium 1957-1962 in Freiburg\/Breisgau<br><br>Max Kerner (Aachen): Mein Weg zur Geschichte. Erinnerungen an den K\u00f6lner Studienbeginn vor gut einem halben Jahrhundert<br><br>Karl Leo Noethlichs (Aachen):<br><br>Generation \u201e\u00dcbergang\u201c: Zwischen Kriegsfolgen und Neuorientierung<br><br>Armin Heinen (Aachen): Generation Humboldt: Zukunftsgewissheit, spielerische Freiheit und erste Zweifel. Das kleine Fach &#8222;Geschichtswissenschaft\u201c als Heimat<br><br>Paul Thomes (Aachen): Die Vorlesung als Sozialisationsraum: Geschichte und sich selbst erfahren<br><br>15.15 Uhr Diskussion<br><br>15.35 Uhr Kaffeepause<br><br>15.50-17.50 Uhr Sektion III: Moderation durch Ines Soldwisch (Aachen)<br><br>Christine Roll (Aachen): \u201eEin wenig aus der Zeit gefallen \u2013 sorgloses Geschichtsstudium im Konstanz der 1980er Jahre\u201c<br><br>Dominik Gro\u00df (Aachen): \u201eBerufswunsch Medizinhistoriker? Da bin ich leider \u00fcberfragt\u2026\u201c Von den H\u00fcrden eines Parallelstudiums an der Philosophischen und Medizinischen Fakult\u00e4t in den 1980er Jahren<br><br>Klaus Freitag (Aachen): Das Geschichtsstudium im Zeichen der Wiedervereinigung Deutschlands: Die 90er Jahre<br><br>Florian Hartmann (Aachen): Freiheit bis zur letzten Pr\u00fcfung und Zwang zur Selbstprofilierung<br><br>Sascha Penshorn (Aachen): Das Ende einer Lebensform. Geschichtsstudium in der letzten Generation vor Bologna<br><br>Angelina Pils (Aachen): Generation Zauberlehrling? Goethe, Harry Potter und Bologna<br><br>Alina Cohnen (Aachen): Begrenzung von Flexibilit\u00e4t und Spezialisierung durch das enge Korsett der Studienordnung<br><br>17:35 Uhr Diskussion<br><br>17:50 Uhr Abschlussdiskussion: Moderation Armin Heinen (Aachen)<br><br>Ende der Veranstaltung<br><br>Tagungsprogramm [PDF]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte des Geschichtsstudiums nach 1945 ist f\u00fcr die Geschichtswissenschaft ein \u201eschwarzes Loch\u201c: unsichtbar, gleichwohl existent; hoch komplex, doch grunds\u00e4tzlich der Wissenschaft zug\u00e4nglich; sich selbst genug, indes von unbestreitbarem Einfluss auf die Gegenwart. Mit dem kulturwissenschaftlichen \u201eTurn\u201c wurde Geschichtswissenschaft mehr noch als zuvor reflexiv. 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